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Miss Handwerk Ramona Brehm: "Handwerk ist kein Larifari!"

Interview. Schornsteinfegerin Ramona Brehm, Miss Handwerk 2018, besuchte die GPP-Redaktion in Düsseldorf und sprach über ihre Erfahrungen nach dem Titelgewinn in München.

 

GPP: Ramona, du bist seit dem 7. März die amtierende Miss Handwerk. Hat sich dein Leben seitdem verändert oder ist alles wie vorher?

Ramona Brehm: Nein, es ist schon anders. Natürlich bin die Alte geblieben, aber nach der Wahl ist noch mehr Medienpräsenz auf mich zugekommen. Es ist sehr schön, dass ich diesen Titel tragen darf, das ehrt mich schon sehr. 

"Gigantisch war der große Empfang in Coburg"

GPP: Was ist denn alles auf dich zugekommen und hast du überhaupt noch Zeit für deine Arbeit?

Ramona: Ich muss meinen Chef natürlich zufrieden stellen, jeden Tag pünktlich auf der Arbeit erscheinen und die Arbeit machen. Aber ich gucke schon, dass ich die vor allem regionalen Termine nach Feierabend oder auf die Wochenenden lege. Es gibt verschiedene Fotografen, die anfragen, die gern Bilder mit mir machen möchten. Nach und nach kommt dann so der ein oder andere Termin. Gigantisch war der große Empfang in Coburg, der Oberbürgermeister und Obermeister der Handwerkskammer standen vor mir und gratulierten. Da waren die Tränen bei mir da, das war wirklich sehr emotional.

"Deutschlands Nr. 1 im Handwerk"


GPP: Was hattest du dir denn vor der Wahl vorgestellt?

Ramona: Ich bin ohne Erwartungen in den Wettbewerb gegangen, hatte mir gar nichts vorgestellt. Jetzt ist alles sehr spannend, es ist eine große Erfahrung, die mir im Leben niemand mehr nehmen kann. 

"Man muss nicht unbedingt studieren"

GPP: Wie wirst du dein Jahr als Miss Handwerk 2018 und als Botschafterin des Handwerks gestalten?

Ramona: Ich möchte vor allem Werbung für das Handwerk machen, ich möchte den jüngeren Menschen draußen zeigen, dass das Handwerk wirklich sehr viel Spaß macht. Ich selber merke bei uns im Schornsteinfeger-Handwerk, dass wir Nachwuchssorgen haben. Ich suche schon lange nach einem Azubi, aber wir bekommen keinen Nachwuchs mehr. Den will ich fördern, ich möchte den jungen Leuten gern zeigen, dass ein Beruf im Handwerk attraktiv ist. Man muss nicht unbedingt studieren. Ich habe ja selbst überlegt, ob ich mein Abi nachmachen und Studieren gehen soll. Aber meine Eltern haben gesagt, erst mal eine Ausbildung. Danach sehen wir weiter – und ich bin Schornsteinfegerin geblieben. Ich mache etwas, was andere nicht machen. Damit bin ich etwas Besonderes. Es steckt viel Inhalt in meiner Arbeit, das habe ich schon während meiner Ausbildung erlebt. Es ist sehr viel Fachwissen nötig und das Handwerk ist kein Larifari. Wenn ich jetzt etwa einen Handwerker bestelle, kann er mir alles über sein Arbeit erzählen – und muss nicht erst nachschlagen. Wir haben einfach was drauf.

Foto: © Jürgen Ulbrich


 


DSC 7861GPP: War es schwierig, in ein von Männern dominiertes Gewerk einzusteigen? 

Ramona: Ja, man muss wirklich sagen, die ältere Generation hat noch teilweise ein Problem damit, dass Frauen da sind. Inzwischen sind wir im Schornsteinfeger-Handwerk sehr jung geworden, denn viele ältere Meister sind in Pension, sind in Rente. Und die Jungen finden es eigentlich klasse.


GPP: Wirst du denn noch den Meister machen?

Ramona: Irgendwann bestimmt, momentan bin ich gerne Gesellin. Und meine Chef ist – so glaube ich – sehr froh, wenn ich Gesellin bleibe. Aber irgendwann bestimmt, man bleibt ja nicht stehen, man muss sich weiter entwickeln.

"Am Ende sind Herz und Bauch entscheidend"

GPP: Was kannst du jungen Menschen empfehlen, nach welchen Kriterien müssen sie vorgehen, wenn sie auf Lehrstellen-Suche im Handwerk sind?

Ramona: Zuallererst während der Schulzeit die Praktika nutzen, wirklich mal in verschiedene Berufe reinschnuppern. Oder mal Ferienarbeit machen und bei Interesse an einem Handwerksberuf nachfragen, die wenigsten Handwerker sind da abgeneigt. Jeder sollte zudem schauen, in welchen Fächern man gut ist. Und dann kann ich ja schon gucken, welcher Beruf mir liegen könnte.Außerdem sollte man sich fragen, was mache ich gern. Bastele ich gern oder bin ich lieber in der Natur? Am Ende sind aber Herz und Bauch entscheidend!


GPP: Liebe Ramona, vielen Dank und weiterhin viel Erfolg als Botschafterin des Deutschen Handwerks!

Ramona: Ich habe zu danken und viele Grüße an das gesamte GPP-Team!

Interview: Jürgen Ulbrich

Foto: © Jürgen Ulbrich

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