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Jörg Rohn: Raumausstatter, Geselle und Betriebsinhaber.

Jörg: Das Handwerk, ein zeitloses Abenteuer

Die Idee von Jörg Rohn war es, Gärtner zu werden. Er findet keinen Ausbildungsplatz.

"War auch gut so", erklärt Jörg in Bezug auf den nicht gefundenen Ausbildungsplatz als Gärtner. Ganz in der Nähe seines Elternhauses beginnt er mit der Ausbildung zum Raumausstatter. Leider muss er diese vorzeitig abbrechen. Es folgen drei Jahre mit verschiedenen Jobs. "Querbeet habe ich alles ausprobiert", arbeitet Jörg als Fensterputzer und Sicherheitsaufsicht. Dann bekommt er die Chance, seine Ausbildung zum Raumausstatter zu Ende zu bringen. Von da an ging es für den Mann aus Frankfurt am Main bergauf. Im Jahr 2010 machte er sich selbstständig. Seinen Schwerpunkt bildet die Fußbodenverlegung in Schulen und Kitas. Sein Hauptkunde ist die Stadt Frankfurt.

"Ein Fulltime-Job"

Bodenlegearbeiten gehören zu Jörgs Schwerpunkten. Foto: © privatBodenlegearbeiten gehören zu Jörgs Schwerpunkten. Foto: © privat

"In Frankfurt gibt es allein 146 Kitas." Die legt Jörg mit einem weiteren Mitarbeiter mit PVC und Linoleum aus. Inzwischen werden alle Böden ohne Giftstoffe hergestellt. Die Designböden wie PVC mit Aufdrucken sind immer noch im Bereich Kunststoff zuhause. Linoleum dagegen ist ein reines Naturprodukt. Bestehend aus Leinöl, Korkmehl und natürlichen Farbstoffen, werden diese Böden auch im Umfeld der Kids verlegt. Jörg, sein Meister und seine Tochter Selina, die seit diesem Jahr als Auszubildende mit ihm arbeitet, sind mit den Aufträgen der Stadt Frankfurt das Jahr über ausgelastet. "Ein Fulltime-Job", berichtet Jörg zufrieden und "nicht immer ganz einfach." Denn die Böden müssen während des Schul- und Kindergartenbetriebs verlegt werden. "Wir müssen einfach sehr vorsichtig arbeiten." Was so viel heißt, wenn mit dem Presslufthammer Böden aufgerissen werden oder der Estrich mit einem riesigen Spachtel auf dem Boden verteilt wird, lieber noch einmal einen zweiten Blick nach hinten werfen, ob da nicht ein paar neugierige Augenpaare die Arbeiten des Handwerkers beobachten.

"Wir Handwerker selbst müssen für mehr Klarheit sorgen"

Jörg ist ein Vollprofi an der Nähmaschine. Foto: © privatJörg ist ein Vollprofi an der Nähmaschine. Foto: © privat

Ist das nicht die große Chance, gleich dem Nachwuchs zu zeigen, so geht Handwerk? "Schwierig", sagt er, da "die Kinder in der Oberstufe in der Pubertät stecken und die Kleinsten mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind." Auf die Frage "Was passiert aber, wenn wir kein Handwerk mehr haben?", antwortete der 47-Jährige mit der Bewerbung beim Handwerkercontest "Handwerks Miss&Mister". Er sieht es so, wie viele seiner Kollegen, "das Bild vom Handwerk ist oftmals veraltet und entspricht nicht mehr der Realität. Im Elternhaus wird dieses Wissen nicht vermittelt. Also müssen wir Handwerker selbst für mehr Klarheit sorgen." Der Raumausstatter wünscht sich, dass Eltern, Lehrer, aber vor allem auch die Jungen genauer hinschauen. "Wer in den Unis schlecht aufgehoben ist, hat das absolute Talent für das Handwerk." Er selbst ist das beste Beispiel dafür, dass der Weg in das Berufsleben nicht immer auf der Geraden verläuft.

Jörg arbeitet mit dem Internationalen Bund (IB) zusammen. Das Jugendgemeinschaftswerk unterstützt eltern-, heimat- und arbeitslose Jugendliche und hilft dabei, Perspektiven für das Leben zu finden. Daher kann Jörg häufiger Praktikanten auf den verschiedenen Baustellen seine Arbeit als Raumausstatter zeigen. Zudem hofft er, dass Tochter Selina nach der Ausbildung den Meisterbrief macht und eines Tages in der zweiten Generation seinen kleinen Betrieb mit den großen Aufträgen fortführen wird. Dort, wo möglich, setzt Jörg auch die Digitalisierung ein. Bei einem Kunden kann er inzwischen den Raum fotografieren, digital den ausgesuchten Belag einspiegeln und sofort zeigen, wie es aussehen wird. "Bevor wir überhaupt einen Handschlag gemacht haben."

"Einfach abtauchen in eine andere Welt"

Zelda-Spiele sind seine große Leidenschaft: Abtauchen in eine andere Welt. Foto: © privatZelda-Spiele sind seine große Leidenschaft: Abtauchen in eine andere Welt. Foto: © privat

Seit Jahren ist Jörg als Liga-Spieler bei Frankfurt Phönix unterwegs. Bringt ihn da das Bowling nicht ganz nah an sein Kerngeschäft Bodenbelege heran? Jörg lacht: "Nein, neue Aufträge bekomme ich hier nicht. Die Böden sind inzwischen so stabil, die halten lange." Stabil ist auch das Stichwort seiner zweiten Leidenschaft: "Ich bin ein riesengroßer Fan von Zelda", räumt er ein, dass er sich da schon im Bereich "Nerd" bewegt. Das zeitlose Abenteuer eines Videogame-Herstellers begleitet er seit der ersten Stunde im Jahr 1986. Selbst das Firmenlogo hat er aus diesem Spiel heraus entworfen. Die Beschäftigung hilft dem engagierten Handwerksunternehmer abzuschalten. "Einfach abtauchen in eine andere Welt." Ein Weg, den er sich auch für den kommenden Berufsnachwuchs wünscht. Abtauchen in eine andere Welt und vor der Berufswahl probieren, probieren, probieren. "Damit die Jungen und Mädchen ein Gefühl dafür bekommen, was sie leisten können." Und wer weiß, vielleicht sogar feststellen, dass sich in den über 130 Handwerksberufen mit all deren individuellen und kreativen Karrieremöglichkeiten sogar das eine oder andere zeitlose Abenteuer finden lässt.

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