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Maren Kogge (34), Kirchenmalerin, Meisterin und Betriebsinhaberin bei "KAIN & KOGGE GmbH" in 83123 Amerang.

Maren: Die Kunst des Schätze wahren

Gebürtig kommt Maren Kogge aus Gelnhausen in Hessen. "Mein Wunsch war es schon immer, handwerklich und kreativ zu arbeiten."

"Das Abitur habe ich gemacht, um mir alle Möglichkeiten offenzuhalten. Dabei hat mein persönliches Umfeld meine künstlerische Ader stets unterstützt." Bühnenmalerin? Holzbildhauerin? Oder doch lieber Steinmetzin? Letztlich zog es Maren nach Bayern. "In Freising habe ich die Ausbildung als Malerin und Lackiererin in der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege gemacht." Die heutige Kirchenmaler-Meisterin lebt nun in Amerang, ganz in der Nähe des Chiemsees. Seit 2017 führt die 34-Jährige ihren eigenen (Kirchen-)Malermeisterbetrieb, ihr Ehemann Dominik ist als gelernter Handwerker Teil ihres Teams. "Er unterstützt mich bei allem, was ich tue", erzählt die Betriebsinhaberin glücklich.

2016 wurden die traditionellen Mal-, Fass- und Vergoldetechniken der Kirchenmalerei in das UNESCO-Verzeichnis für immaterielles Kulturerbe aufgenommen. Seit nachweislich über 600 Jahren bestehen diese Techniken. "In ihrer Reichhaltigkeit an dekorativen und ornamentalen Oberflächengestaltungen mit Farbe und Blattmetallen sind sie deutschlandweit und besonders in Bayern in der Entstehung und Ausgestaltung von Kirchen, Schlössern, Rathäusern und Wirtshäusern nicht wegzudenken", heißt es auf der offiziellen Website der UNESCO. "Wir sind eine aussterbende Sorte", erklärt Maren. "Ich möchte auf diesen seltenen Beruf aufmerksam machen, damit all die Schätze, die da draußen in Denkmälern wie Schlössern, Burgen und Kirchen schlummern, bewahrt werden. Die alten Techniken und Materialien sind etwas Pures – etwas, was die Natur schon immer zu bieten hatte. Nachhaltiger geht’s einfach nicht." Nicht nur beruflich, sondern ebenfalls in ihrer Freizeit befasst sich Maren gerne mit Raritäten. "Am Wochenende trifft man mich meist schlendernd auf einem Flohmarkt an. Dinge, die für andere nichts mehr wert sind, sind für mich wahre Schätze, zum Beispiel alte Bilderrahmen."

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"Es ist wichtig, junge Menschen mit Lust aufs Handwerk zu bestärken"

Die Betriebsinhaberin ist ehrenamtlich in der Vorstandschaft ihrer Maler-Innung sowie Kirchenmaler-Fachgruppe tätig. "Es gibt dringend Nachholbedarf. Es ist wichtig, dass wir uns toll, modern und jung präsentieren." So könne man dem Fachkräftemangel entgegenwirken. "Der Girls‘ und der Boys‘Day sollten zum Beispiel noch mehr gelebt werden. Ich finde es toll, wenn junge Menschen Bock auf Handwerk haben und es ist wichtig, sie darin zu bestärken. Dabei setze ich mich vor allen Dingen aktiv für den Girls‘Day ein: Es gibt so viele Frauen, die viel draufhaben."

Grundsätzlich ist die Kirchenmaler-Meisterin sozial sehr engagiert: Gemeinsam mit ihrem Team startete sie das Projekt "Wünsch dir was – wir streichen das!". Die Idee dazu kam ihr in den Sinn, als sie einer Familie, die in Not geraten war, helfen wollte. Daraufhin haben sich viele weitere Handwerker und auch Sponsoren auf Marens Initiative gemeldet. Das Projekt entwickelte sich zu "Wünsch dir was – wir machen das!" weiter – eine Woche lang renovieren die Betriebsinhaberin und ihr Team kostenlos eine Wohnung für den guten Zweck. "Ich bin ein fröhlicher und lebenslustiger Mensch, der nicht nur sein Handwerk liebt, sondern auch den offenen Austausch mit Menschen", strahlt sie fröhlich. Als Miss Handwerk würde sie gerne zeigen wollen, "wie vielfältig Handwerk ist". "Damit meine ich die vielfältigen Berufe und die vielfältigen Menschen. Die Äußerlichkeiten sind dabei total unwichtig und es ist egal, woher man kommt. Wichtig ist nur, dass man Lust hat, etwas mit seinen Händen zu machen." Maren hat ihren Platz im Leben und im Handwerk zweifellos gefunden.

Handwerkskammer für München und Oberbayern

Foto: © Inga Geiser / Verlagsanstalt HandwerkFoto: © Inga Geiser / Verlagsanstalt Handwerk

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