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Matthias Thomas: Elektrotechniker, Meister und Betriebsinhaber.

Matthias: Handwerk goes future

"Wir jungen Handwerker sind auf Zack." Matthias Thomas aus dem bayrischen Villenbach weiß, wovon er spricht.

Nach der Ausbildung geht Matthias in die Industrie. Drei Jahre lang arbeitete er in einer Firma, die Tiefkühlbackwaren herstellt und europaweit liefert. "Ich dachte zunächst, es wäre dort besser", erzählt er während des Fotoshootings. Er ist für die Instandhaltung der Maschinen und Elektroinstallation der Hallen und Büros zuständig. Schnell wird der gelernte Elektroniker das "Mädchen für alles". In der Zeit machte er seinen Meister. Mehr und mehr wird dem Handwerker bewusst, dass seine Tätigkeit mit Selbstverwirklichung und eigenem Handeln wenig zu tun hat. Das Handwerk rückt wieder in sein Blickfeld. Zunächst im Nebengewerbe macht er sich 2019 selbstständig. Er spezialisiert sich auf Smart Home und Erneuerbare Energien.

"Ich sehe im Handwerk ganz klar die Zukunft"

Klar, dass zum eigenen Betrieb ein einprägsames Logo gehört. Foto: © privatKlar, dass zum eigenen Betrieb ein einprägsames Logo gehört. Foto: © privat

In der Meisterschule merkte der 28-Jährige auch, wie wichtig es ist, junge Menschen zurück ins Handwerk zu holen. "Wir haben keinen Fachkräftemangel. Wir müssen den jungen Leuten nur zeigen, wie schön, aber vor allem modern unser Handwerk ist." Inzwischen beschäftigt das Unternehmen Elektro Thomas fünf Mitarbeiter. Gemeinsam mit seinen Jungs und der Dame im Backoffice hat Matthias konsequent den digitalen Weg eingeschlagen. "Meine Mitarbeiter sind mit dem Tablet draußen. Wir nutzen die sozialen Medien und, ganz wichtig, ich zahle genauso hohe Löhne wie die Industrie." Am Tag des Shootings hat Matthias eine weitere Stellenanzeige online geschaltet.

Heute ist der Elektroniker froh über seinen Schritt: "Ich bin nicht nur mein eigener Herr, ich sehe im Handwerk ganz klar die Zukunft. Ich kann mich verwirklichen, meine Jungs können sich verwirklichen. Wir sind ein Team auf Augenhöhe." Die Dachvermessung mit einer Drohne ist längst Routine. Für die kommenden Jahre sieht er technisch enorm viele Weiterentwicklungen im Handwerk. Roboter, glaubt er, werden auf der Baustelle dann harte oder stupide Arbeiten erledigen. Einen Jobkiller sieht er darin nicht. "Meine Jungs müssten keine Schlitze mehr in die Wände hauen. Das kann ein Roboter viel besser und vor allem 24/7." Für seine Mitarbeiter sieht er klar den Vorteil, dass sie sich körperlich schonen oder in der Zwischenzeit viel besser anspruchsvolleren Arbeiten widmen können. Ein Thema der kommenden Jahre sieht er in der künstlichen Intelligenz. "Es wird richtig interessant im Handwerk werden und deswegen liebe ich das Elektrohandwerk."

"Hin zu mehr digitalem, sauberem Arbeiten"

Matthias in einem der wenigen Momente, die er in seiner Freizeit ganz ohne Arbeit verbringt und genießt. Foto: © privatMatthias in einem der wenigen Momente, die er in seiner Freizeit ganz ohne Arbeit verbringt und genießt. Foto: © privat

"Jetzt mit 100 Prozent Dampf." Der 28-Jährige sieht die ganz große Chance, dass es die Gewerke in der Hand haben, die Meister der Zukunft zu werden. "Wer konnte sich vor fünf Jahren vorstellen, dass wir einmal alles mit einem kleinen Tablet steuern werden? Wo können wir im Handwerk da erst in zehn Jahren sein?" Was Matthias ärgert, sind die Klischees über das Handwerk. Die Mitarbeiter von Matthias ziehen Einwegschuhe über die Arbeitsschuhe, bevor sie eine Wohnung betreten. Alles wird mit Vlies ausgelegt. "Wenn wir die Baustelle verlassen, ist der Raum sauberer als vorher." Ohne Lärm zu arbeiten ist manchmal schwierig. "Ich kann kein Loch in die Wand beten. Aber ich kann mit einem Staubsauger arbeiten."

Damit das Handwerk auch bei den Jungen punktet, sollte in der Branche ein Umdenken stattfinden. Da sind die sozialen Medien enorm wichtig geworden. "Bei Instagram treffe ich ständig andere Selbstständige." Eine Darstellung des Handwerks im Netz, das bringt Transparenz und könnte bei vielen den oft zitierten Aha-Effekt auslösen. Über die sozialen Medien hat Matthias jetzt sogar einen großen Werkzeughersteller gefunden, mit dem er heute kooperiert. Sein Ziel ist es, einen Weg zu gehen, weniger schmutzige Arbeit, hin zu mehr digitalem, sauberem Arbeiten mit Hilfe von Robotern. Bis zu dem Punkt, dem Kunden am Ende eine komplette Bauakte digital zur Verfügung stellen zu können. Es scheint so, als habe Matthias in jungen Jahren eigentlich schon alles erreicht. "Ich behaupte, ich stehe gerade erst am Anfang." "In den Berufs- und Meisterschulen braucht es etwas mehr frischen Wind. Keine Frage, die Dozenten verfügen über ein gigantisches Wissen. Aber bei dem Thema "Wie gehe ich digital zum Kunden?" ist noch Luft nach oben. In meiner Ausbildung kam das Thema überhaupt nicht vor. Ein Ziel könne es daher sein, gemeinsam mit den Handwerkskammern einen neuen, digitalen Weg in der Berufsschule wie auch bei der Meisterausbildung voranzutreiben." Eine Dozententätigkeit im Fach Existenzgründung mit Schwerpunkten Unternehmensführung, Digitalisierung und Kundengewinnung wäre schon eine Option für den engagierten Handwerksmeister.

"Jeder soll sehen, wie digital und modern wir sind"

Wenn alles funktioniert, ist Matthias zufrieden. Foto: © privatWenn alles funktioniert, ist Matthias zufrieden. Foto: © privat

In der Freizeit arbeitet Matthias. Mister 100 Prozent lacht. "Ich arbeite viel und sehr gerne. Wenn ich meinen Beruf zum Hobby mache, brauche ich doch nie wieder zu arbeiten." Das Hobby kann warten. Denn die Idee, "Mister Handwerk" zu werden, findet er mega cool. Mit der Teilnahme greift er sein Thema einmal mehr auf, junge Menschen ins Handwerk zu bringen. Mehr Azubis für das Handwerk zu begeistern und zu zeigen, wie innovativ das Handwerk ist. "Jeder soll sehen, wie digital und modern wir sind."

 

 

 

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