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Steven Hornig, Maler und Lackierer, Geselle.

Steven: Farbe für den Pott

Das Ruhrgebiet. Ort der Maloche. Heimat der Kumpel über und unter Tage. Pulsschlag der Schwerindustrie. Das ist Geschichte.

Heute ist der Pott "tief im Westen" ein beliebtes Ausflugsziel mit grünen Oasen und einem breitgefächerten Kulturprogramm. Rund 3.500 Industriedenkmale erinnern an die bewegende Geschichte der Region. Und es ist die Heimat von Steven Hornig. Der Maler und Lackierer stammt aus einer Handwerker-Dynastie. Uropa, Opa und Vater übten einen Handwerksberuf aus. Die Vielseitigkeit und die Arbeitstechniken gaben den Ausschlag, dass der 23-Jährige aus Gelsenkirchen in der Welt der Farben eine Ausbildung absolvierte. Außerdem ist der Gedanke recht reizvoll, dass er mit seiner Arbeit dem Revier noch mehr Farbe verleihen kann.

"Hier muss ich 'eine Million Prozent' abliefern"

Ob Tapezieren, Streichen oder Dämmen: Der Beruf des Malers und Lackierers ist vielseitig. Foto: © privatOb Tapezieren, Streichen oder Dämmen: Der Beruf des Malers und Lackierers ist vielseitig. Foto: © privat

Am liebsten arbeitet der Handwerker in den Wohnungen von Privatkunden. Verschönert mit Farben, Strukturen oder Tapeten das Zuhause. "Hier muss ich 'eine Million Prozent' abliefern." Wichtig ist es dem jungen Handwerker, alle Techniken gleichermaßen gewissenhaft zu erledigen. Tapezieren, streichen, egal, "dat muss schön sein." Steven schmunzelt. "Ich bin ein Ruhrgebietskind. Das soll jeder auch an meiner Sprache hören." Wenn mal wieder in seinem Umfeld zu hören ist: "Streichen kann doch jeder", kann Steven nur milde lächeln. "Natürlich kann das jeder. Aber wie es dann aussieht, das ist doch auschlaggebend." Steven arbeitet als Geselle im Betrieb "Die Meisterleister". Ob er den Meister machen möchte, hat er noch nicht entschieden. Sicher ist aber, dass er den Titel "Mister Handwerk" in den Pott holen will. Dafür streckte er sich mit Unterstützung seines Betriebes richtig zur Decke. Während der Bewerbungsphase schaltet der Maler im Jahr der Bundestagswahlen kurz auf Wahlkampf um. Ausgestattet mit Flyern ging er in Gelsenkirchen auf die Straße und erklärte den Menschen, worum es bei dem Wettbewerb geht.

"Wie heißt es doch so schön: Probieren geht über Studieren"

Eine gute Arbeitsvorbereitung sichert ein gutes Ergebnis. Foto: © privatEine gute Arbeitsvorbereitung sichert ein gutes Ergebnis. Foto: © privat

Mit seiner Teilnahme möchte er dem Handwerk auf seine Weise einen roten Teppich ausrollen. "Seht her, lernt es kennen und entscheidet dann, ob das Handwerk nicht auch euch einen goldenen Boden bereiten kann." Eine Botschaft, die er vor allem Richtung Jugend sendet. Auch Steven glaubt an die Macht eines Praktikums. "Wie heißt es doch so schön: Probieren geht über Studieren." Von montags bis freitags ist der Maler und Lackierer im Revier unterwegs. Bochum, Hattingen, Wanne oder Herten. Das Arbeitsleben von Steven ist bunt. In seiner Freizeit allerdings gibt es nur eine einzige Farbe. Königsblau. "Ich bin Vollblut-Schalker." Es spielt keine Rolle, wo der Verein steht, "Schalke in schlechten und Schalke in guten Zeiten", sagt er im Brustton der Überzeugung, und dass er immer da sein wird, wo sein Verein ist.

"Tief im Westen ist es besser, viel besser als man glaubt"

Dass Steven in seiner Freizeit Kraftsport macht, kommt ihm bei der Arbeit zugute. Foto: © privatDass Steven in seiner Freizeit Kraftsport macht, kommt ihm bei der Arbeit zugute. Foto: © privat

Steven, oder Chiko, wie er von allen Freunden genannt wird, ist ein Mensch mit Herz und Seele. Auf der Baustelle bringt er am liebsten die Kollegen zum Lachen. Nach Feierabend kümmert er sich im Tierschutz Herne-Wanne um Problemhunde, die niemand haben will. Mit Geduld und Liebe werden sie dank seiner Hingabe wieder zu unentbehrlichen Familienmitgliedern. Er selbst hat gerade einer kleinen Schäferhündin aus einer Tötungsstation in Rumänien ein sicheres Zuhause gegeben.

Doch auch so ein umtriebiges Ruhrgebietskind wie Steven braucht mal eine Auszeit und einen Ausgleich zum Job. Jeden Freitag geht es daher raus Richtung Duisburg an einen See oder Kanal. Beim Angeln schöpft er Ruhe und Kraft. Wenn dann die Sonne untergeht und die ersten Lichter der umliegenden Industriekolosse angehen, weiß Steven einmal mehr, "tief im Westen ist es besser, viel besser als man glaubt." Und mit der Hoffnung auf den Titel "Mister Handwerk" wünscht sich der lebensfrohe Handwerker, einen weiteren Farbakzent in seinen Pott zu holen.

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