Handwerks Miss Mister
Handwerks Miss und Mister Handwerks Kochshow

Antonius Lange

Alter: 27 Jahre
Gewerk: Maurer/in , Meister/in

Handwerkskammer Münster

Meister/in bei e. liebing GmbH in 45886 Gelsenkirchen

Fotos: © Fotos 6+7: Jonas Stock (instagram: jonasst26)

Selbstbeschreibung:

Ich bin 27 Jahre alt und seit Sommer 2025 Maurer- und Betonbaumeister. Vor rund acht Jahren startete ich damals in die Ausbildung, nach dem ich zuvor mein Vollabitur abschloss. Schon damals war es meine Vision, später einmal einen eigenen Handwerksbetrieb zu führen. In der Ausbildung und den darauffolgenden Gesellenjahren konnte ich mein Fachwissen erlangen und umfangreich ausbauen. Seit knapp einem Jahr habe ich mit der e. Liebing GmbH eine Bauunternehmung ausfindig machen können, dessen Nachfolge bis dato nicht geregelt war. Die Chemie zwischen den beiden geschäftsführenden Brüdern und mir stimmte von Beginn an, sodass wir seitdem eine Betriebsübernahme bis Ende 2029 planen und aktiv gestalten. Momentan befinde ich mich im Vollzeitlehrgang ,,Betriebswirt nach HwO“ an der HWK in Münster, um mich optimal auf die vor mir liegenden Aufgaben vorzubereiten. Ebenfalls mit zur Vorbereitung gehörte auch die Teilnahme an der Begabtenförderung bis Ende 2025. Nebenberuflich konnte ich viele Lehrgänge besuchen und neues Wissen in den Berufsalltag integrieren. Das Handwerk bietet mir mit all seinen Facetten eine volle Erfüllung im Berufsleben. Ich bin aufgeschlossen und versuche, meine Begeisterung auf andere zu übertragen und sie dazu zu bewegen, es selbst im Handwerk zu probieren. Durch meine Leidenschaft und Überzeugungskraft gelang es mir, meinen jüngeren Bruder zu einer handwerklichen Ausbildung zu bewegen, ohne dabei lediglich auf die Vorteile des eigenen Gewerks einzugehen. Denn für mich ist das Handwerk eine vereinte Branche voller Stolz auf das Geschaffene.


Das tue ich am liebsten in meiner Freizeit:

In meiner Freizeit bleibe ich häufig in der Arbeitskleidung und erledige handwerkliche Aufgaben im und am Elternhaus. Insbesondere war es die im Garten des Elternhauses befindliche 80m² große ,,Hütte“, dessen Innenausbau mit Freunden mir damals das Handwerk nahebrachte. Für mich ist das Handwerk im Allgemeinen eine Leidenschaft, der ich mit großer Freude nachgehe. Etwas zu schaffen und es am Ende des Tages sehen und greifen zu können, erfüllt mich dabei zutiefst. Auch das Reisen innerhalb und außerhalb der Grenzen Europas bildet einen Teil der Freizeit und erweitert gleichzeitig einen weltoffenen und toleranten Umgang untereinander. So war ich nun schon zum zweiten Mal im Rahmen eines Handwerkerprojekts in der Entwicklungshilfe in Namibia tätig. Zusätzlich bildet der Sport, insbesondere das Laufen gehen, einen großen und sehr zufriedenstellenden Ausgleich. Hierbei bringt mich das Training auf neue Ideen, während man in regelmäßigen Wettkämpfen seine Höchstleistung abrufen kann. All das schafft für die anspruchsvollen Aufgaben einer zukünftig erfolgreichen Unternehmensführung im Handwerk ein gesundes Pendant.

Warum möchte ich Miss/Mister werden:

Ich brenne dafür, Mister Handwerk 2027 zu werden, da es mir eine große Möglichkeit gibt, meine Begeisterung für das Handwerk auf einer neuen Ebene mit anderen Menschen teilen zu können und insbesondere junge Menschen zu inspirieren, dem Handwerk eine Chance zu geben und ihr eigenes Potenzial in einem der vielfältigen Berufe des Handwerks zu entdecken. Insbesondere für die kommenden Jahre brauchen wir in Deutschland mutige junge Menschen, die die Probleme der Zeit bewältigen wollen. All das funktioniert mit einem Job, der eine völlige Zufriedenstellung bietet. Das Handwerk hat dabei das vielleicht sogar größte Potential! Dies gilt es zu nutzen. Darüber hinaus ist der Wettbewerb das beste Beispiel dafür, welche vielfältigen Möglichkeiten der Weiterbildungen, persönlichen Entwicklungen und Erfahrungen im Handwerk bestehen. Es erfüllt mich mit Stolz, Teil dessen zu sein und Angebote in Anspruch zu nehmen. Auch das sehe ich als erheblichen Vorteil gegenüber anderen Branchen. Nun gilt es, das ganze im Rahmen des Mister Handwerk 2027 nach außen zu repräsentieren.

BERUFUNG AUS STEIN

Für Antonius Lange war schon früh klar, dass sein beruflicher Weg im Handwerk weiterführen soll. Nicht irgendwohin, sondern ganz konkret in die Verantwortung: Der 28-jährige Maurermeister aus Gelsenkirchen arbeitet heute bei der e. liebing GmbH, die er ab 2029 übernimmt. Diese Zielstrebigkeit begleitet ihn seit Beginn seiner Ausbildung. Sie ist für ihn kein kurzer Ehrgeiz, sondern eine Haltung, die über Jahre gewachsen ist und sich immer wieder bestätigt hat. Genauso wichtig ist ihm Verlässlichkeit. „Das gegebene Wort ist mir heilig“, sagt Antonius. Gegenüber Kundschaft, Mitarbeitenden, Freunden und Familie bildet es für ihn die Grundlage für Vertrauen.

Was ihn am Maurerberuf begeistert, ist die Kraft des Einfachen. Wasser, Sand, Zement – aus wenigen Materialien und handwerklichem Geschick entstehen Fundamente, Wände, Geschosse, verputzte Flächen und Räume, in denen Menschen leben. „Innerhalb kürzester Zeit kann man ein sichtbares Ergebnis erzielen“, sagt er. Genau das erfüllt ihn. Als Maurer sei man am Bau ein Allrounder, und dieses Wissen lässt sich auch im eigenen Leben einsetzen: beim Umbau der Wohnung, beim Bau einer Outdoorküche oder eines Kamins. Handwerk bedeutet für Antonius, selbst gestalten zu können.

Sein eigener Weg ins Handwerk begann 2018, kurz vor dem Abitur, mit der 80 m² großen Gartenhütte am Elternhaus. Gemeinsam mit Freunden machte er aus dem Rohbau eine Partyhütte: Sie bauten eine Theke, fliesten ein Bad, installierten eine Küche und kümmerten sich um Wände, Böden und Decken. Später, zu Beginn des Ukrainekrieges, wurde sie für mehr als fünf Monate zur Unterkunft für eine fünfköpfige Familie aus der Ukraine. Für Antonius war dieses Projekt prägend. Dort entdeckte er die Vielfalt des Handwerks – und fand zum Maurerberuf. Rückblickend ist er stolz, damit auch ein unvollendetes Werk seines Opas fortgeführt zu haben.

Geprägt hat ihn außerdem der Rückhalt seiner Familie. Mit der bevorstehenden Betriebsübernahme wächst die Verantwortung, ebenso der zeitliche Aufwand. Dass seine Frau zu 100 Prozent hinter seinem Vorhaben steht, bedeutet ihm viel. In seiner Freizeit findet Antonius Ausgleich beim Reisen und Laufen. Gemeinsam mit seiner Frau entdeckte er nach der Corona-Pandemie die Freude daran, neue Kulturen kennenzulernen. Beim Lauf-Training schaltet er ab – und entwickelt oft neue Ideen für die Zukunft des Betriebs.

Sein Engagement reicht weit über Gelsenkirchen hinaus. Mit intercultural relations e.V. reiste Antonius 2023 nach Namibia, um in sozialen Projekten handwerklich zu arbeiten. 2025 fuhr er erneut mit, diesmal als Teil der Gruppenleitung. Künftig möchte er den Verein noch verbindlicher mitgestalten und die jährlichen Fahrten weitertragen. Für ihn ist das gelebte Hilfe zur Selbsthilfe – und zugleich eine Chance für junge Handwerkerinnen und Handwerker, über sich hinauszuwachsen.

Als Mister Handwerk möchte Antonius zeigen, welche Möglichkeiten das Handwerk jungen Menschen bietet: Auslandserfahrungen, Meisterförderung, Wettbewerbe, Aufstiegschancen und einen erfüllenden Beruf mit sichtbaren Ergebnissen. Gerade in Zeiten von KI sieht er für das Handwerk eine große Chance, als zukunftssichere Branche aufzutreten. Diese Chance möchte er nutzen – optimistisch, verlässlich und mit echter Überzeugung.

Fotos: © Sabrina Wacker

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